stay with me, 2014/15

Ausstellung: Künstlerprojekt mit 84 Notizbüchern von Teilnehmer/innen der Gezi Park Demonstrationen in Istanbul

 

Davor und auch danach starben viele Menschen, wurden getötet. Kriege sind nicht zu Ende und werden es niemals sein. Kriegsrecht, nicht zu rechtfertigende Hinrichtungen, Militärregierungen, Völkermorde … Wirklich, was hat uns in jenen Zeiten am Leben gehalten … Wie haben wir das, was passiert ist, gesehen? Was haben wir gesehen? Oder konnten wir überhaupt sehen?

Wenn wir nicht mehr in der Lage waren zu sehen, was hat uns erblinden lassen? Vielleicht haben wir uns an vieles gewöhnt, sind immun gegen alles geworden. Vielleicht sind wir abgestumpft, weil wir jede Nacht die “Live-Berichterstattung” verfolgt haben. Ja, wahrscheinlich haben wir deshalb so oft durch die Kanäle geschaltet und anderen Träumen erlaubt, uns in ihren Bann zu ziehen. Ja, das war das Vergessen, und wir haben gelernt zu vergessen.

 

 

Ich kehre zur ersten Frage zurück:

Was war es? Was ist passiert?

Kennen wir die Antwort?

In jedem Augenblick geschah so viel, dass der Satz zu unserer eigenen Täuschung feststand.

Aber wir konnten einfach nicht mithalten.

An einem Punkt, als wir einfach nur da standen, begann “etwas” anderes.

Wir waren auf den Straßen. Seite an Seite.

Wir kannten uns nicht einmal, aber wir standen Seite an Seite.

Waren dort.

Wir haben gelernt, unsere Türen offen zu halten, Eimer voll Wasser vor die Wohnung zu stellen und im Falle einer Festnahme ein Dokument mit unseren Rechten an der Wohnungstür zu hinterlassen.

Wir twitterten uns gegenseitig die Situation aus jeder Straße, die wir passierten.

Es war Hoffnung. Der Geist der Solidarität, die Herausforderung, Seite an Seite zu stehen.

Dann … Nichts hat sich geändert. Wir zogen uns von der Aussenwelt zurück.

Jetzt sind wir müde.

Ist es möglich, sich an diese Hoffnung noch einmal zu erinnern?

Wir müssen irgendwo anfangen …

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Das Projekt “Stay with me” setzt hier an und verbindet Notizen, Dokumentation und Zeichnung, um mit der Assoziation dieser Erzählungen die Hoffnung, die wir hatten, wiederaufleben zu lassen.

Titel “Stay with me” beschreibt die letzte Anstrengung, wenn die Hoffnung schwindet: “Halte durch, gib nicht auf.” Es wurde ein Slogan, ein Ausdruck für eine kollektive Anstrengung, in die jeder involviert ist und bei der alle gemeinsam durchhalten.

Das Projekt “Stay with me” zeigt Notizbücher und Dokumentationen von 82 Teilnehmer_innen, in denen die grenzenlose Angst, die Unsicherheit, die Existenz im Verborgenen aber auch die Hoffnung, die Wirklichkeit, die Zukunft und eben die “Augenblicke” dieser Situationen zum Vorschein kommen.

Projekt: Selda Asal, Organisation: Iver Ohm


Beteiligte Künstler/innen:
Ali Miharbi, Anti-Pop, Aslı Çavuşoğlu, Ata kam, Ayşe Küçük, Azra Deniz Okyay, Balca Ergener & Meltem Ahıska, Berkay Tuncay, Burçak Bingöl, Carla Mercedes Hihn, Ceren Oykut, Christine Kriegerowski, Çiğdem Hasanoğlu, Devrim Ck,  Devrim Kadirbeyoğlu, Didem Erk, Eda Gecikmez, Ekin Saçlıoğlu, Elif Çelebi, Elmas Deniz, Endam Acar, Erdağ Aksel, Erhan Öze, Erdem Helvacıoğlu, Eser Selen, Fatma Belkıs, Fatma Çiftçi, Ferhat Özgür, Figen Aydıntaşbaş, Fulya Çetin, Genco Gülan, Gonca Sezer, Gökçe Süvari, Gökhan Deniz, Göksu Kunak, Gülçin Aksoy, Gül Kozacıoğlu, Gümüş Özdeş, Güneş Savaş & Eren Yemez, Güneş Terkol, Gözde İlkin, Hale Tenger, Hubert Sommerauer, İnci Furni, İpek Duben, Kınay Olcaytu, Komet, Leyla Gediz, Lebriz Rona, Melike Kılıç, Merve Çanakçı, Merve Şendil, Mischa Rescka, Murat Tosyalı, Nalan Yırtmaç, Nancy Atakan, Nazım Dikbaş, Neriman Polat, Nick Flood, Nurcan Gündoğan, Onur Ceritoğlu, Onur Gökmen, Orhan Esen, Özgür Atlagan & Bengi Güldoğan, Özgür Demirci, Özgür Erkök Moroder, Özge Enginöz, Rüçhan Şahinoğlu, Raziye Kubat, Sabine Küpher Büsch & Thomas Büsch, Seda Hepsev, Seçil Yersel, Sena Başöz, Senem Denli, Sevim Sancaktar, Sevil Tunaboylu, Sevgi Ortaç, Suat Öğüt, Sümer Sayın, Şafak Çatalbaş, Ulufer Çelik, Yaprak Kırdök, Yasemin Özcan, Yasemin Nur, Yavuz Parlar, Yeşim Ağaoğlu, Zeyno Pekünlü.


Ort: Lloydhof, Bremen-Mitte

25.07. -10.10.2015

Eröffnung am 25.07. um 19 Uhr
Öffnungszeiten jeweils donnerstags bis samstags von 12 - 17 Uhr

Im Rahmen von "Im Inneren der Stadt", einem gemeinsamen Ausstellungsprojekt von GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Künstlerhaus Bremen und Zentrum für Künstlerpublikationen

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