Christian Marclay, Actions: Splashhh Splosh (No. 2), 2012, Collection of Mr. &  Mrs. Levine, Courtesy Paula Cooper Gallery, New York
Ausstellung | 15.06.2013 - 6.10.2013

KABOOM!

Comic in der Kunst
Comicstrips und Cartoons waren für Künstlerinnen und Künstler von Beginn an eine stetige Inspirationsquelle. Doch erst mit der britischen und amerikanischen Pop Art erhielt die Sprechblasen-Welt im großen Stil Einzug in die Galerien und Museen. Roy Lichtenstein, Öyvind Fahlström und viele andere übernahmen die Ästhetik des Comics in ihre Malerei. Sie unterliefen damit provokativ die Trennung von Populärkultur und etablierter Kunst. Die Weserburg greift das Thema mit einer groß angelegten Ausstellung auf. Gezeigt werden Arbeiten von über 30 internationalen Künstlerinnen und Künstlern. Sie demonstrieren eindrucksvoll den Einfluss von Comics auf die zeitgenössische Kunst seit den 1950er Jahren bis heute.

Vorgestellt werden insbesondere Arbeiten einer jüngeren Künstlergeneration. Sie zeigen die Aktualität und Innovationskraft, die von der Auseinandersetzung mit dem Comic noch heute ausgeht. Auf spannende und ungewöhnliche Weise nutzen die Künstlerinnen und Künstler die Bildwelten und formalen Besonderheiten des Comics. Sie arbeiten genreübergreifend mit Malerei, Collage, Video, Zeichnung und schaffen Skulpturen und raumfüllende Installationen. Dabei bilden sie nur vermeintlich eine naive und fröhliche Oberfläche ab. Vielmehr hinterfragen sie auf kritische Weise ästhetische und gesellschaftliche Phänomene. Dies geschieht nicht selten mit Witz, Humor und bissiger Ironie. 

Die Amerikanerin Joyce Pensato bringt in ihren schroffen Schwarz-Weiß-Malereien eine andere, dunkle Seite des Comics zum Vorschein, die uns mit dem Grotesken und Hässlichen konfrontiert. Martin Arnold benutzt Sequenzen aus Walt Disney Trickfilmen und macht die Helden der Kindheit zu gespenstischen Wiedergängern. Harmlose Motive verwandeln sich in schaurige Szenen. Die Zeichnungen von Raymond Pettibon atmen wiederum den Geist von Punk und Underground. Sie sind in der Lage die Befindlichkeit der westlichen Gesellschaft regelrecht zu sezieren.

Ein übergreifendes Thema ist der Superheld. So ist der afroamerikanische Performancekünstler William Pope.L in einem Superman-Outfit die gesamte Länge des New Yorker Broadway entlang gekrochen. In seiner bizarren Verkehrung des weißen Superhelden demontiert er augenfällig den Mythos amerikanischer Allmachtsvorstellungen. Die Arbeit mit dem denkwürdigen Titel The Great White Way wird für die Ausstellung in einer besonderen Form aktualisiert. Bereits 1967 hat Keiichi Tanaami, ein Vertreter der japanischen Pop Art, den strauchelnden, gebrochenen Helden in einer Collage zum Thema gemacht. Er schuf damit ein ironisches Gegenbild zum westlichen Einfluss auf die Nachkriegsgesellschaft in Japan.

Die eingeladenen Künstlerinnen und Künstler greifen vertraute Motive und Erzählungen des Comics auf, die sie bearbeiten, dekonstruieren und in neuer Gestalt zusammenfügen. Viele der Arbeiten sind mitunter verstörende Psychogramme der Gesellschaft mit überraschenden subversiv-politischen Bezügen. Im bewussten Rückbezug auf den Comic gelangt die Kunst so zu neuen visuellen Ausdrucksformen, sie wird zum Ort besonderer ästhetischer Erfahrungen und Erkenntnisse. 

Konzept und Idee: Ingo Clauß
Kuratiert von Ingo Clauß, Peter Friese und Guido Boulboullé

 

Künstlerinnen und Künstler

Siemon Allen (ZA), Martin Arnold (A), Dara Birnbaum (USA), Peter Blake (GB), William Copley (USA), Reinhard Doubrawa (D), Erró (IS), Öyvind Fahlström (SE), Gerard Hemsworth (GB), Arturo Herrera (VE), Andy Hope 1930 (D), John Isaacs (GB), Bertrand Lavier (FR), Mark Leckey (GB), Roy Lichtenstein (USA), Michel Majerus (LU), Christian Marclay (USA), Kerry James Marshall (USA), Matt Mullican (USA), Juan Muñoz (ES), Rivane Neuenschwander (BR), Chris Ofili (GB), Joyce Pensato (USA), Raymond Pettibon (USA), Sigmar Polke (D), William Pope.L (USA), Mel Ramos (USA), Allen Ruppersberg (USA), Francesc Ruiz (ES), Keiichi Tanaami (J), John Wesley (USA), Sue Williams (USA), Jordan Wolfson (USA).

Comic im Künstlerbuch

(in den Ausstellungsräumen des Studienzentrums, Etage 3 1/2)

Im Rahmen der Ausstellung KABOOM! präsentiert das Studienzentrum für Künstlerpublikationen aus seinen umfangreichen Beständen Comic im Künstlerbuch. Berührungspunkte zu dem populären Medium liegen nahe. Vor allem seit den 1960er Jahren entwickelte sich das Künstlerbuch, ebenso die Künstlerzeitung und -zeitschrift, zu einer wichtigen künstlerischen Ausdrucksform. Leicht erschwinglich fanden Künstlerpublikationen in künstlerischer Eigeninitiative außerhalb von Museen und Galerien Verbreitung und richteten sich bewusst an ein breiteres Publikum. Kuratiert von Bettina Brach werden rund 100 Arbeiten gezeigt, unter anderem von Claus Böhmler, Ferdinand Kriwet, Matt Mullican, Ad Reinhardt, Dieter Roth, Lawrence Weiner. 

 

Presse

„Die Ausstellung macht Spaß.“ (TAZ)

„Sie ist vielschichtig, unterhaltsam, anregungsreich geworden.“ (Kreiszeitung)

„Das Ausstellungskonzept geht auf.“ (Deutschlandradio)

 „Inspirierende, doppelbödige und oft witzige ‚Comic in der Kunst‘-Schau.“  (Nordwestradio)

 „Das Museum greift das Thema auf spannende und überraschende Weise auf.“ (Weser-Kurier)

„Ein schöner Nebeneffekt dieser auch sehr politischen Ausstellung: Die Besucher können viel darüber lernen, wie Comics funktionieren.“ (Der Tagesspiegel) 

 

Katalog und App

Zur Ausstellung erscheint im Kehrer Verlag ein Katalog mit weiterführenden Essays von Ingo Clauß, Peter Friese, Guido Boulboullé und Bettina Brach. Die Publikation bietet Farbabbildungen und Beschreibungen aller Exponate in deutscher und englischer Sprache. Gestaltung: Cabinet Gold van d`Vlies.

Die Museums-App der Weserburg stellt Audiotexte, Bilder und Hintergrundinformationen bereit, die einen individuellen Besuch der Ausstellung ermöglicht - und das auch außerhalb der Öffnungszeiten des Museums. Download: Google play / App-Store

 

Wir bedanken uns für die freundliche Unterstützung:

Medienpartner

Kooperationspartner

Universität Bremen, www.film.uni-bremen.de
Hochschule für Künste Bremen, www.hfk-bremen.de
Institut français Bremen, www.institutfrancais.de/breme
Instituto Cervantes Bremen, bremen.cervantes.es
City 46 / Kommunalkino Bremen, www.city46.de
CinemaxX Kino Bremen, www.cinemaxx.de
belladonna Bremen, www.belladonna-bremen.de
Panel e.V. - Verein zur Förderung der neunten Kunst, www.edition-panel.com
Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, www.suub.uni-bremen.de
Stadtbibliothek Bremen, www.stadtbibliothek-bremen.de
Comic Café Bremen, www.comiccafe.de

 

Der Kinotrailer zur Ausstellung


Sonderführungen zu KABOOM!

Donnerstag 18 Uhr
Samstag und Sonntag, jeweils 15 Uhr
EUR 3 zzgl. Eintritt

Aktionswerkstatt SPLASH!

Mehrere Stationen laden zum Experiment mit dem Medium Comic ein. Ein Angebot der Kunstvermittlung. [mehr]

SPLASH!

Media-Guide und App

Unterhaltsam und informativ. Leihen sie den Media-Guide im Museum aus oder laden sie die App zur Ausstellung auf ihr Smartphone.
Download: Google play / App-Store

Mediaguide

Lehrer-Informationsveranstaltung

Gemeinsam sehen, erleben, experimentieren. Lernen sie unsere Angebote für Schulklassen kennen am Dienstag 20. August und Freitag 23. August [mehr]

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