Ausstellung Zentrum | 05.11.2010 - 27.03.2011

PRIGOV

Die Textarbeiten des Dmitrij Aleksandrovič
Dmitrij Aleksandrovič Prigov gehört zu der Generation von russischen Dichtern und Künstlern, die Anfang der 1970er Jahre aus der Inselexistenz des Underground in den umgebenden ideologischen Kosmos aufbrachen und die Symbole, Mythen und Rituale der sowjetischen Massenkultur erforschten. Von den offiziellen Publikationskanälen ausgeschlossen, machte Prigov, einer der wichtigsten Vertreter des Moskauer Konzeptualismus, aus seinen handschriftlichen und maschinenschriftlichen Texten künstlerische Objekte. Seine Texte hatten eine „Auflage“ in der Höhe von Schreibmaschinendurchschlägen. Sie existierten jenseits der staatlichen sowjetischen Distributionssphäre im Samizdat als vom Autor selbst hergestellte, nicht gedruckte Bücher. Eine Vielfalt von Schriftartefakten entstand aus der Bearbeitung und graphischen Manipulation von offiziellen Druckerzeugnissen. [mehr]
Ausstellung Zentrum | 25.09.2010 - 06.02.2011

Robert Rehfeldt - Ein Ausnahmekünstler

Das grafische Werk
Robert Rehfeldt gehört mit zu den bekanntesten und bedeutendsten Künstlern in der DDR der 1970er und 1980er Jahre. Rehfeldt war Zeichner, Grafiker, Maler, Filmemacher, Aktions-Künstler, visueller Poet und Mail Art Künstler. Seine weltweite künstlerische Vernetzung machte ihn zum Ansprechpartner für zahlreiche Künstler in Ost und West. Im Januar 2011 wäre er 80 Jahre alt geworden. Die Ausstellung ist so auch eine Hommage an einen Ausnahme-Künstler, der unbeirrt vom sozialistischen Realismus und dem doktrinären Funktionärsapparat der DDR ein vielschichtiges Werk schuf, dessen visuelle und sprachliche Subversivität einzigartig ist. [mehr]
Ausstellung Zentrum | 09.07.2010 - 24.10.2010

Allen Ruppersberg

Künstlerbücher
Für den kalifornischen Konzeptkünstler Allen Ruppersberg stehen Sprachfragmente des Alltags und der Dichtung im Zentrum seiner Arbeit. Die Literatur, die Sprache überhaupt spielt eine wichtige Rolle für den 1944 in Cleveland geborenen Künstler. So dienten literarische Vorlagen vielfach als Inspiration für seine frühen Arbeiten und Projekte, die sich auch in seinen Künstlerbüchern widerspiegeln. Zu seinen legendären Künstlerbüchern und Arbeiten zählt unter anderem Al’s Grand Hotel (1971). Bei diesem Projekt realisierte Ruppersberg ein Hotel auf Zeit, bei dem sieben individuell eingerichtete Zimmer angemietet werden konnten, darunter ein ‚Jesus Zimmer’ und ein ‚Hochzeitszimmer’. Als Inspiration diente der Roman Menschen im Hotel (1929) von Vicky Baum, der 1932 auch als Film mit Greta Garbo unter dem Titel Grand Hotel umgesetzt wurde. [mehr]
Ausstellung Zentrum | 19.06.2010 - 15.09.2010

Clemente Padín

Word, Action and Risk
Im Laufe seines über 40-jährigen künstlerischen Schaffens hat der in Uruguay lebende Clemente Padín verschiedene Funktionen in sich vereint – Dichter, Kritiker, Kurator, Lektor, Netzwerker – und sich auf einem Terrain bewegt, auf dem sich Kunst und Aktivismus vermischen. An der Entwicklung seiner Aktivitäten lässt sich das Bemühen erkennen, sowohl den Kanon künstlerischer Produktions- und Zirkulationsformen zu überwinden, als auch die von den Militärdiktaturen, die den lateinamerikanischen Kontinent in den 1960er und 1970er Jahren heimgesucht haben, gezogenen Grenzen. Padín bedient sich verschiedener Reproduktionstechniken, von der Schreibmaschinenschrift, dem Offset-Druck, der Fotokopie, Serigrafie, über Video und Fotografie bis zur digitalen Kunst. Im Netzwerk der Mail Art, in dem sich Künstler aus der ganzen Welt austauschten, stellte Clemente Padín einen Bezugspunkt in Südamerika dar. [mehr]
Ausstellung Zentrum | 04.06.2010 - 29.08.2010

Heinz Gappmayr

Ein Augenblick - zwischen Raum und Zeit. Künstlerbücher und Grafiken
Heinz Gappmayr gehört zu den bekanntesten und wichtigsten Künstlern der Visuellen Poesie. Er verstarb Mitte April ganz plötzlich in seinem 85 Lebensjahr in Innsbruck. Die Ausstellung des Studienzentrums für Künstlerpublikationen zeigt erstmals seine Künstlerbücher und grafischen Arbeiten in einer eigenen Schau, die den gesamten Kosmos seiner Arbeiten umfassen. Als Hommage an einen wunderbaren Künstler thematisiert die Ausstellung die Macht des Freiraums und die Materialität von Sprache, die Gappmayr so interessierte. Heinz Gappmayr schuf Denkbilder, die sich zwischen Raum und Zeit verorten. Er erzeugte seine Werke mit Zeichen, genau genommen mit abstrakten Elementen wie Buchstaben, Worten, Zahlen oder einfachen grafischen Grundlagen wie Linie oder Punkt.[mehr]
Ausstellung Zentrum | 07.05.2010 - 04.07.2010

Harald Falkenhagen

Publikationen und Zeichnungen
„Von wem ist das denn?“ Lapidare Äußerungen wie diese, dutzendfach in Ausstellungen gehört, notiert Harald Falkenhagen in ironischer Selbstbefragung handschriftlich auf seinen Zeichnungen, unter ein paar ungefähr mittig ins Format gesetzte Pinselspuren, auf DIN A4. Unspektakulär im besten Sinne und in bewusster Gegenhaltung zu aufwändigen Kunstinszenierungen oder „schöner“ Kunst schreibt Harald Falkenhagen Worte, Kommentare und Statements unter seine schnell aufs Blatt gebrachten Zeichnungen – oftmals steht die genaue Zeitspanne auf die Minute dabei.[mehr]
Ausstellung Zentrum | 05.03.2010 VERLäNGERT BIS 30.05.2010

Archivsplitter

Dem Verborgenen auf der Spur
Anlässlich des bundesweiten „Tag der Archive“ am 6. und 7. März 2010 präsentiert sich der Arbeitskreis Bremer Archive in einer Gemeinschaftsausstellung. Unter dem diesjährigen Motto „Dem Verborgenen auf der Spur“ eröffnen Archivalien, Fundstücke und Dokumente einen vielfältigen Einblick in Themen und Geschichten, die es zu entdecken und aufzuspüren gilt. Das mediale Spektrum spiegelt die facettenreiche Bremer Archivlandschaft wieder: Ton- und Filmbeiträge sind ebenso vertreten wie Fotografie, Literatur, Bildende Kunst sowie zahlreiche weitere Publikationen, Quellen und Dokumente.[mehr]
Ausstellung Zentrum | 26.02.2010 VERLäNGERT BIS 20.05.2010

"It's a kind of magic!"

Mystifizierung und Demystifizierung im Kontext der Künstlerpublikation seit 1960
Die Mystifizierung der Kunst ist allgegenwärtig und wird von allen Mitgliedern des Kunstsystems gleichermaßen vorangetrieben: Museen, Galerien, Kuratoren, Medien, Künstler, Kunsttheoretiker und Kunstkonsumenten heben bestimmte Kunstwerke aus anderen hervor und erklären sie für besonders wichtig – eine Aufwertung, die das Kunstwerk gleichsam magisch erscheinen lässt und zu seiner Popularisierung beiträgt. Die komplexen Prozesse und künstlerischen Ergebnisse, die den Mythos der Kunst produzieren, verstärken und zunehmend zu einer Entfremdung des Betrachters führen, werden in der Ausstellung „It’s a kind of magic!” anhand zahlreicher Werke aus dem Bereich der Künstlerpublikationen thematisiert und vermittelt. Hierbei handelt es sich vor allem um Arbeiten aus den Gattungen Multiple, Künstlerbücher, grafische Arbeiten, Fotoeditionen und Postkarten, die zwischen 1960 und heute von mehr als 40 Künstlern, Künstlerinnen und Künstlergruppen produziert worden sind. Zusammengestellt wurde ein anschauliches Exzerpt an Werken seit den 1960er Jahren, das beispielhaft für die Thematik und die komplexen Prozesse der Mystifikation ist. [mehr]
Ausstellung Zentrum | 29.01.2010 - 02.05.2010

Dietmar Kirves

art information
„Informationen von Künstlern bzw. Künstlergruppen, die auf ihrem Arbeitsfeld eine bewusstseinsbildende Konzeption erkennen lassen.“ – Mit diesem kurzen Satz charakterisiert der Verleger und Künstler Dietmar Kirves, vielen auch bekannt als ein deutscher Mitstreiter der „NO!art“-Bewegung, seine Heftreihen „art information“ of und „media news“. In der Ausstellung „Dietmar Kirves – art information“ zeigt das Studienzentrum für Künstlerpublikationen nun einen Überblick über die Editionen des mediacontact Verlages, den Kirves 1970 in Düsseldorf gründete. Mit den Publikationen „art information“ und „media news“ wollte er eine Plattform schaffen, mit der Informationen zur zeitgenössischen Kunst einem breitem Publikum preiswert zugänglich gemacht werden sollten, um so eine kreative Auseinandersetzung mit der Öffentlichkeit zu fördern. [mehr]