Janneke de Vries, Foto: Nina Hoffmann

Neues Programm der Weserburg

Konzept von Janneke de Vries

Ende März 2019 startet das Programm der Weserburg I Museum für moderne Kunst unter der Leitung von Janneke de Vries. Ausgehend von der Situation, dass Peter Friese als Direktor eine Beruhigung der kulturpolitischen Debatte rund um das Museum gelungen ist, scheint jetzt der richtige Moment, um durchzuatmen und die Weserburg neu aufzustellen. Gewesenes wird überdacht, Neues eingeführt und eine Strategie entwickelt, um das Haus nicht nur gesichert in die Zukunft zu führen, sondern auch nachhaltig in der internationalen Museumslandschaft zu verorten. Die Basis dafür bildet die Vorstellung von einem offenen Museum, das vielfältige Zugangsmöglichkeiten zur Kunst der Gegenwart bietet. Ein Museum als Versorgungsstation für ein freies Denken. Als Ort des Austauschs und der Wissensvermittlung, der im Hier und Jetzt verwurzelt ist und neue und bereichernde Perspektiven auf die Themen unserer Zeit bietet.

In Dauerpräsentationen und Wechselausstellungen, in Veranstaltungen mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung, experimentellen Formaten, Vermittlungsprojekten und neuen Räumen werden bedeutende Positionen bildender Kunst aller Medien von den 1960er Jahren bis in die Gegenwart variantenreich präsentiert und besucherorientiert vermittelt – in einer Bandbreite und Spezifik, die über die Hansestadt hinaus Alleinstellungsmerkmal hat. Die für die Weserburg typischen Partnerschaften mit renommierten Privatsammlungen bilden dabei die Grundlage, um in verschiedenen Formaten einen musealen Umgang mit Arbeiten aus Privatbesitz umzusetzen und die Werke so nachhaltig wie lebendig in die Präsentationen des Hauses zu integrieren.

Ausstellungsprogramm

Um diesem Anspruch gerecht zu werden, nimmt die geplante Ausstellungsprogrammatik eine konzeptuelle Neubewertung im Umgang mit Privatsammlungen vor: Statt verstärkt einzelne Sammlungen in einer exemplarischen Auswahl vorzustellen, wird eine Fokusverschiebung auf die Kunstwerke selbst umgesetzt, auf ihre Inhalte und Formfindungen. Dafür inszeniert z.B. die langfristig angelegte Präsentation So wie wir sind zukünftig über zwei Etagen einen exemplarischen und vielseitigen Einblick durch die neuere Kunstgeschichte und ihre inhaltlichen und formalen Fragestellungen. Sie speist sich aus den Sammlungen, mit denen das Haus bereits zusammenarbeitet, und wird erweitert von neu hinzugekommenen Leihgaben. Die Reihe So wie wir sind steht damit für das, was die Weserburg I Museum für moderne Kunst seit ihrer Eröffnung 1991 im Kern ausmacht, fokussiert ihre Besonderheiten und Schwerpunkte und bindet Privatsammlungen längerfristig in die Museumsarbeit ein. In regelmäßigem Turnus wird die Präsentation in Teilen variiert und damit stetig verlebendigt. In den Ausstellungsrundgang von So wie wir sind wird überdies ein Bibliotheksraum integriert, in dem Besucher*innen sich setzen, innehalten, das Gesehene über Lektüre vertiefen oder miteinander ins Gespräch kommen können.

Thematisch wie monografisch ausgerichtete Sonderausstellungen ergänzen das Format So wie wir sind und ermöglichen spezifische Schwerpunktsetzungen. Sie finden entweder ihren Ausgangspunkt in den bereits am Haus befindlichen Sammlungen und ergänzen diese zu einem umfassenden Einblick in das jeweilige Schaffen, stellen hinzugekommene Sammlungen vor oder öffnen die Weserburg für neue Themen. Im Jahr 2019 ist dies der Fall in der Einzelausstellung des Schweizer Künstlers André Thomkins, in der zeitgleich auf derselben Etage stattfindenden Präsentation der Meisterschüler*innen der HfK Hochschule für Künste Bremen oder der großen Soloshow der US-amerikanischen Künstlerin Andrea Bowers im Herbst (eine Kooperation mit dem Museum Abteiberg, Mönchengladbach).

Zentrum für Künstlerpublikationen

Die einzigartigen Bestände des Zentrums für Künstlerpublikationen werden in der neuen Programmatik der Weserburg I Museum für moderne Kunst ebenfalls eine tragende Rolle spielen. Die Sammlung des Zentrums umfasst mehr als 80 verschiedene Nachlässe, Fonds und Archive und ist damit die zweitgrößte ihrer Art weltweit (nach dem Getty Museum in Los Angeles). Um dieses „Pfund“ stärker in der Öffentlichkeit bekannt zu machen, fließen die Bestände zum einen in die oben beschriebenen Ausstellungsformate ein. Darüber hinaus aber wird dem Zentrum für Künstlerpublikationen eine ständige und mit ca. 260 qm stark vergrößerte Ausstellungsfläche fest zugewiesen, auf der eigene Projekte umgesetzt werden.

Kunstvermittlung

Typisch für die Weserburg I Museum für moderne Kunst sind überdies die vielfältigen Vermittlungsprojekte, die die Ausstellungsarbeit ergänzen. Die bestehenden Partnerschaften etwa mit dem kek Kindermuseum, Quartier, der Schuloffensive, der Verwaltungsschule u.a. werden nicht nur fortgeführt, sie werden sogar ausdrücklich gestärkt, indem zukünftig ein fester Raum ausschließlich den Vermittlungsformaten zugeschrieben und jedem Projekt ein definierter Zeitrahmen reserviert wird. So wird eine Verlässlichkeit geschaffen, die eine längerfristige Planung und Konzeptentwicklung möglich macht.

Neue Räume und Besucher*innenführung

All diese Pläne verorten sich in einem überarbeiteten Raumkonzept, das die ausgestellten Werke in Beziehung zueinander und zu ihrer Umgebung setzt, den Charme der Weserburg mit ihrer charakteristischen Industriearchitektur unterstreicht und die Attraktivität des Standortes mit seiner Lage inmitten des Flusses hervorhebt. Fenster werden geöffnet und die bisherige Kabinettstruktur der Räume in luftige, großzügige Abfolgen erweitert. Auch der Eingangsbereich des Hauses wird in die räumlichen Veränderungen einbezogen, indem die Klasse für Temporäre Bauten von der HfK Hochschule für Künste Bremen ihn im Rahmen eines Semesterprojektes innovativ und atmosphärisch umgestaltet.
Einen weiteren Bestandteil der geplanten räumlichen Eingriffe bildet die oben bereits angesprochene feste Zuordnung von bestimmten Stockwerken und Räumen für definierte Formate: mit der Sammlungspräsentation auf der 1. und 2. Ebene, den Wechselausstellungen auf der 3. Ebene und im Dachgeschoss, dem Zentrum für Künstlerpublikationen auf der 3 ½. Ebene und der Galerie sowie eigenen Räumen für die Vermittlungsprojekte und die Bibliothek.
Die beschriebene architektonische und programmatische Straffung findet überdies ihr Echo in einem neuen grafischen Auftritt des Hauses.

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Führungen

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Donnerstag 20.Dezember, 18.00 Uhr 

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