
Seit dem Tod von Klaus Lafrenz im Jahre 1999 führt dessen Sohn Björn im Namen der Familie mit erstaunlicher Konsequenz das Werk des Vaters fort, was sich immer wieder besonders im Ankauf junger und jüngster Positionen zeigt, welche ihrerseits den Dialog mit den älteren aufzunehmen in der Lage sind. Auf diese Weise kommt es innerhalb der neugeformten und erweiterten Sammlung zu erstaunlichen Kombinationen, zu intelligenten Nachklängen und Entgegnungen. Doch geht es der zweiten und dritten Generation von jüngeren Künstlern nicht um formalistische Fortschreibungen einer wieder erkennbaren Bildsprache, etwa im Sinne eines „Neo-Minimalismus“ oder „-Konzeptualismus“, sondern um eine erneute unter veränderten Voraussetzungen stattfindende kritische Befragung der Wirklichkeit.

Björn Lafrenz’ sammlerische Haltung ist trotz des Generationsunterschiedes derjenigen seines Vaters ähnlich: auch er sammelt Gegenwartskunst von jungen, oft am Anfang ihrer Laufbahn stehenden Künstlern, auch er ist am Puls der Zeit, ohne im geringsten einer Art Zeitgeist auf den Fersen sein zu wollen. Weder Vater noch Sohn Lafrenz folgten je den Strömungen des Kunstmarktes, sie vertrauten stets ihren eigenen Anschauungen und Überzeugungen. Die Sammlung konnte dadurch zu einer eigenständigen, organischen und unverkennbaren Form finden und gilt heute als eine der bedeutendsten Privatsammlungen in Deutschland.
Die Neupräsentation in der gesamten zweiten Etage der Weserburg richtet ihren Fokus verstärkt auf jüngere Positionen. Sie schafft damit Raum für spannungsreiche Dialoge zwischen frühen Arbeiten der 1970er Jahre und denjenigen einer heutigen Künstlergeneration, die die Formensprache der Vätergeneration aufgreift, bisweilen kritisch hinterfragt und so neue Perspektiven auf eine scheinbar längst vertraute Kunst ermöglicht. Zwei Generationen von Sammlern und Künstlern finden hier zu einer unverwechselbaren, so in keiner anderen Kunstsammlung zu findenden Gegenüberstellung. In der Tat: „Doppelte Rotation“ im Sinne einer prinzipiellen generationsübergreifenden Beweglichkeit innerhalb der Sammlung. Zugleich aber auch beim Betrachter im Rahmen seines ästhetischen Raisonnements: in der Fülle seiner Gedanken, Empfindungen und Befragungen beim Besuch der Ausstellung.
Werke folgender Künstlerinnen und Künstler werden gezeigt: Carl Andre, Hermine Anthoine, Jake Berthot, Louis Cane, Alan Charlton, Rolf Deimling, Ulrich Erben, Johannes Esper, Gotthard Graubner, Peter Joseph, Ellsworth Kelly, Harald Klingelhöller, Kitty Kraus, Richard Long, John McCracken, Gerhard Merz, Michael Pfisterer, Larry Poons, Mark Prince, James Reineking, Ulrich Rückriem, Reiner Ruthenbeck, Ben Schonzeit, Richard Serra, Robert Therrien, Renate Wolff, Jerry Zeniuk.
SHOP
ÖFFNUNGSZEITEN
Dienstag, Mittwoch und Freitag 10-18 Uhr
Donnerstag 10-21 Uhr
Samstag und Sonntag 11-18 Uhr
Montag geschlossen
[mehr]
EINTRITTSPREISE
Erwachsene EUR 8
Ermäßigt EUR 5
Familien EUR 14
[mehr]
KONTAKT
0049-(0)421-59839-0
[mehr]
NEWSLETTER
Gerne informieren wir Sie über die Aktivitäten der Weserburg.
[kostenlos bestellen]
Facebook Weserburg