Hanne Darboven: Künstlerbücher. Foto: Bettina Brach
Ausstellung Studienzentrum | 27.11.2009 - 24.01.2010

Hanne Darboven

Künstlerbücher
Die Ausstellung des Studienzentrums für Künstlerpublikationen ist eine Hommage an die im März dieses Jahres verstorbene Künstlerin. Hanne Darboven zählt zu den bedeutendsten Konzeptkünstlern der Gegenwart. Internationale Aufmerksamkeit errang sie mit ihren Schreibzeichnungen. Diese basieren auf Ausschreibungen von Ziffern sowie auf Zahlenoperationen und sind durchsetzt von rhythmischen Linien und Durchstreichungen. Die Präsentation gibt einen Überblick über die gebundenen einbändigen Künstlerbücher sowie Künstlerzeitungen und Schallplatten. In den Publikationen „Schreibzeit, 1975-1981“, Kulturgeschichte 1980-1983“ und „Bismarckzeit, 1978“ kommt neben der Auseinandersetzung mit dem Thema Zeit auch Darbovens Beschäftigung mit zeitgeschichtlichen Ereignissen sowie der Deutschen Geschichte und Politik zum Vorschein.
Vierjahreszeiten, Opus 7, "Der Mond ist aufgegangen", 1981/82

Nachdem Hanne Darboven ihr Studium an der Hamburger Hochschule für bildende Künste abgeschlossen hatte, ging sie 1966 für zwei Jahre nach New York, wo sie sich mit Künstlern der Minimal Art, wie Sol LeWitt und Carl Andre, anfreundete. Im Kontext der Conceptual Art und Minimal Art entwickelte Darboven Systeme einfacher Zahlenabläufe, die streng vorgegebenen Strukturen folgten und eine komplexe Variationsfolge aufwiesen. So begann sie, Ziffern nach dem Prinzip des Kalenders in Tag, Monat und Jahr einzuteilen und daraus Quersummen von Kalenderdaten zu ermitteln. Ihre Notationen nannte sie „Mathematische Literatur“. In den 1980er Jahren kommt es mit der „Mathematischen Musik“ zu einer Erweiterung ihres Oeuvres, indem sie die in den Zahlenreihen enthaltenen Ziffern in Klänge umsetzt. Ziffern werden Noten zuordnet und Zahlenfolgen in Partituren übersetzt. Hanne Darbovens Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland präsentiert. Mit Einzelarbeiten war sie bereits auf der Documenta 5, 6, und 7 präsent und vertrat 1982 die Bundesrepublik auf der Biennale in Venedig. Auf der Documenta 11 wurde Ihr Oeuvre in seiner gesamten Bandbreite auf drei Geschossen des Fridericianums gezeigt.

Die Ausstellung des Studienzentrums für Künstlerpublikationen entsteht in Kooperation mit Studierenden der Universität Bremen. Sie ist Teil der Ausstellungsreihe „Auf der Galerie“, mit der in kürzeren Abständen ein regelmäßiger Einblick in die umfangreiche Sammlung des Studienzentrums gegeben wird. Zudem bekommen Studierende der Kunstwissenschaft und -pädagogik hier im Rahmen eines Seminars die Möglichkeit, sich in einem Ausstellungsbetrieb praxisnah kuratorische Grundkenntnisse anzueignen.


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