FORT | POINT GRAY
Ausstellung | 6.03.2009 - 8.03.2009

FORT | POINT GRAY

Bremer Kunstsatellit 2008 in Reykjavik und nun zurück in Bremen
Seit gut drei Jahren arbeiten einige junge Bremer Künstlerinnen, zumeist ehemalige Studentinnen der HfK Bremen, in Form einer Künstlergruppe zusammen, die in je unterschiedlichen personellen Konstellationen verschiedene Projekte im irritierenden Grenzbereich zwischen Kunst und Alltag realisiert hat, die ob ihrer bestechenden Qualität in kürzester Zeit hohe Aufmerksamkeit und eine erstaunliche überregionale Resonanz erzielen konnten. Erste Aufmerksamkeit erregte die Gruppe in Bremen mit ihrem Projekt „HOTEL“. Im alten Hafengelände der Stadt wurde ein offen gelassenes ehemaliges Zollabfertigungsgebäude für drei Tage in ein voll funktionsfähiges Hotel von bestechendem künstlerischem Charme verwandelt. Dieses Hotel war beides: skurrile Realität und real erlebte Surrealität. Ein verwirrendes Spiel mit der Wahrnehmung eines in verwandelter Wirklichkeit verwunschenen Ortes.

Nicht zuletzt aufgrund dieses Aufsehen erregenden Projekts erhielten Mitglieder der Gruppe den von der Karin-und-Uwe-Hollweg Stiftung ermöglichten Kunstpreis des Förderkreises der Hochschule für Künste Bremen, sowie die Einladung, ein ähnliches Projekt im Zusammenspiel mit einer Arbeit von Douglas Gordon für die KunstWerke in Berlin zu entwickeln, das unter dem Titel“Zimmer 001 – eternally closed and opened the door / Hotel Marienbad“ im Januar 2008 eröffnet wurde.

Die ursprüngliche Gruppe hat sich mittlerweile in neue Segmente gesplittet. Jener Teil der ehemaligen Formation, der sich fortan FORT nennt und hinter dem Anna Jandt, Jenny Kropp und Alberta Niemann stehen, hat den Bremer Kunstsatelliten 2008 für Reykjavik konzipiert und realisiert.

POINT GRAY heißt das Projekt, in dessen Zentrum ein Container steht, den die Künstlerinnen im vergangenen September vor der Zentrale der BLG auf dem Kennedy-Platz in Bremen in einen Auftrittsort ihrer Kunst verwandelten. In feines Tuch gehüllt und dezent illuminiert, wird in der funktionalen Schachtel des globalen Warenverkehrs eine geheimnisvolle Bar sichtbar, die zum Schauplatz des Künstlerischen, zum Ort getränkten Sehens wird. Dieser Container ging nach seiner Fertigstellung per Schiff auf die Reise nach Reykjavik und wurde dort zu einer der Sensationen auf dem diesjährigen SEQUENCES Real Time Art Festival.

Direkt an den Gestaden des Nordmeeres, an Reykjaviks Küste, dort wo die industriellen Ausläufer die Peripherie der Stadt beschreiben, fand der POINT-GRAY-Container seine nomadische Heimat auf Zeit. Für drei Nächte wurde er zu einem der verführerischten und berückendsten Orte Reykjaviks – und das will etwas heißen, in dieser für die kosmopolitische Lebendigkeit ihrer Nächte berüchtigten Stadt.

In der Kälte der isländischen Nacht öffnete der Container um 22 Uhr seine Tore, um dem geneigten Publikum als Zufluchtsort des Künstlerischen zu dienen. Bei erlesenem POINT GRAY BORDEAUX entfaltete die Schar der Besucher eine Atmosphäre der besonderen Art in den Grenzbezirken der Erwartung. Im Zeichenreich dieses Ortes, der einer verspiegelten Wirklichkeit gleichkam, ereignete sich schließlich ein Gesang der isländischen Nacht, ein sirenenhafter Tanz der Gegenwart, der jenen Punkt markierte, von dem aus die lange Reise durch die Nacht dieses Ortes ihren Ausgang nahm. Mehr sei hier nicht erzählt, da die Reise in Kürze in Bremen, wohin der Container nunmehr zurückgekehrt ist, von neuem beginnt.

Doch soviel noch: Selbstverständlich kann ein Ereignis wie dieses nicht in der schnöden Münze des Alltäglichen beglichen werden. Deshalb wird ein Exchange notwendig. In einem kleinen Kassenhäuschen, das in unmittelbarer Nähe des Containers eine holde Kassenkraft beherbergt, wurde zum Tausch der Währungen aufgefordert. Fünf Euro wurden hier in einen EYE gewechselt, eine dem Dollaro Lukrativo verpflichtete Währung, die den Tauschverkehr in den Gezeiten der Kunst, wie FORT sie versteht, dominiert.

In Reykjavik wurde diese neue Währung, mit der FORT in den Hochzeiten der Finanzkrise in den vergangenen Oktobertagen Island zu beglücken suchte, in einem Mischungsverhältnis zwischen freudigem Entsetzen und grinsendem Galgenhumor aufgenommen. Auch außerhalb der Sphären des Containers sorgte die neue Währung, die die Künstlerinnen in Island weitsichtig einführten, für Furore.

Am 6., 7. und 8. März wird FORT den zurückgekehrten Container in Bremens Häfen erneut mit dem diskreten Charme des Künstlerischen erfüllen. Drei Nächte lang öffnen sich die Tore des Containers für das geneigte Publikum. Dieses Ereignis wird als Ausstellung der Weserburg firmieren, die die Ausrichtung des Kunstpreises des Förderkreises der Hochschule für Künste in Bremen übernommen hat.

Termine:
Freitag, 6. März 2009, 21-2 Uhr
Samstag, 7. März 2009, 21-2 Uhr
Sonntag, 8. März 2009, 19-22 Uhr

Eintritt und Shuttleservice sind frei!

Ort:
Wendebecken/Kranhafen, Zufahrt über die Konsul-Smidt-Straße und deren Verlängerung, die Bückingstraße

Shuttleservice:
Ab Taxistand Am Brill jeweils ab einer halben Stunde vor Veranstaltungsbeginn. Danach halbstündlich bis 24.00 Uhr. Halbstündliche Rückfahrten ab 22.30 Uhr am Freitag und Samstag bzw. ab 20.30 Uhr am Sonntag

 

Das Projekt POINT GRAY wurde großzügig unterstützt von der BLG Logistics Group und der Karin und Uwe Hollweg Stiftung im Rahmen des Kunstpreises der Freunde der Hochschule für Künste Bremen.

Der Bremer Kunst Satellit 2008, organisiert von Ursula van den Busch und kuratiert von Carsten Ahrens, wurde realisiert mit freundlicher Unterstützung von:
Der Senator für Kultur der Freien Hansestadt Bremen, Sequences Office/ Living Art Museum Reykjavik, Center for Islandic Art Reykjavik, Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Island, 101 Hotel Reykjavik, Samskip, Deutsche Factoring Bank, Chateau du Grand Moueys, Bauteilbörse Bremen, U’OMO und Blumen Luest. Ein besonderer Dank gilt der Karin und Uwe Hollweg Stiftung.



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