Studienzentrum für Künstlerpublikationen

Das Studienzentrum für Künstlerpublikationen umfasst mehrere Sammlungen mit insgesamt über 80.000 publizierten Kunstwerken aus der ganzen Welt. Es handelt sich um den größten und bedeutendsten Bestand an Künstlerpublikationen seit den 1960er Jahren in Europa. "Künstlerpublikation" wird als Oberbegriff für alle Formen publizierter Kunstwerke verwendet: vom Künstlerbuch über die Schallplatte, den Videofilm bis zur Netzkunst. In Ausstellungen, Publikationen, Tagungen und Veranstaltungen wird die Vielfalt der Künstlerpublikationen einer größeren Öffentlichkeit vor Augen geführt. Das Studienzentrum hat es sich darüber hinaus zur Aufgabe gemacht, die Bestände in Zusammenarbeit mit dem Forschungsverbund Künstlerpublikationen wissenschaftlich zu erschließen.

Der einzigartige Bestand des Studienzentrums für Künstlerpublikationen setzt sich aus ca. 25 verschiedenen Gattungen zusammen, wie z.B.:

  • Künstlerbüchern
  • Multiples, Buchobjekten
  • Künstlerzeitungen und -zeitschriften
  • Ephemera wie von Künstlern gestalteten Plakaten und Einladungskarten
  • Fotografien
  • Postkarten, Briefmarken, Aufklebern
  • Graphischen Arbeiten, Xeroxkopien, Stempelarbeiten
  • Klangkunst auf Schallplatten, Kassetten und Audio-CDs, Radiokunst
  • Multimediaeditionen auf CD-ROM und DVD
  • Künstlervideos und -filmen
  • Sekundärliteratur und Dokumentationsmaterialien.

Für den Künstler wird dabei das Buch oder die Schallplatte zum Medium seines künstlerischen Schaffens. Die Bestände umfassen alle diejenigen Werke von Künstlern, die vervielfältigt, veröffentlicht oder publiziert wurden. Es lassen sich von ca. 3.000 Künstlerinnen und Künstlern Werke aus allen künstlerischen Strömungen seit den 1950er Jahren finden, von der Fluxus Bewegung, über die Mail Art, die Land Art mit Arbeiten von Richard Long oder Christo bis hin zur Computer-Kunst des 21. Jahrhunderts. Mit Künstlern wie Andy Warhol und Ed Kienholz sind Werke aus der Pop-Art vertreten. Aus der Minimal Art und Concept Art liegen fast sämtliche Publikationen von Sol LeWitt oder Daniel Buren vor. Stark präsent ist aber auch die Visuelle und Konkrete Poesie mit Werken von Gerhard Rühm, Franz Mon oder Henri Chopin. Vollständige Werkkomplexe von Christian Boltanski oder Ben Vautier bilden ebenso Schwerpunkte der Bestände des Studienzentrums wie die zahlreichen Publikationen aus Lateinamerika und Polen.

Dieser Fundus setzt sich aus ca. 15 verschiedenen Archiven, Nachlässen und Sammlungen zusammen, wie beispielsweise dem Archiv Künstlerpublikationen, dem Archive for Small Press & Communication (ASPC), den Ausstellungen „Das Buch“ und „Die Bücher der Künstler“ des Instituts für Auslandsbeziehungen, dem Mail Art Archiv von PLG Friesländer, dem Radiokunst Archiv, den Radio Fonds (Kunstradio ORF Wien, Pro Musica Nova Radio Bremen, ...) sowie den Künstlerfonds von Gerhard Rühm, Franz Mon, Peter van Beveren / Dokumentarischer Nachlass des Art Information Centre, Nachlass Joseph W. Huber, Marcel Broodthaers / Sammlung M. Schmidt, Todenmann.

Den Grundstock des Studienzentrums bildet das 1974 von Anne und Guy Schraenen gegründete Archive for Small Press & Communication, das sich aufgrund seiner großen Bedeutung und seines beträchtlichen Umfanges heraushebt. Es enthält schwerpunktmäßig künstlerische Publikationen der 1960er und 1970er Jahre und "ist bestrebt, das Erbe derer zu bewahren, die innerhalb der internationalen Kunstszene in eigener Initiative arbeiten, und es möchte Zeuge und Gedächtnis eines künstlerischen Geschehens sein, das sich unabhängig von Macht und Einfluß in einer Atmosphäre des Nonkonformismus, der Freiheit und der Kreativität entfaltet" (Guy Schraenen).

Ganz in diesem Sinne hat sich das Studienzentrum zum Ziel gesetzt, ein globales Bild, sowohl der anerkannten als auch der alternativen internationalen Kunstszene, zu vermitteln – von Joseph Beuys bis Andy Warhol, von Roy Adzak bis Carlo Zerpa. Seine Aufgabe ist es, Künstlerpublikationen seit den 1950er Jahren zu sammeln, zu erschließen und zu erforschen. Die Vermittlung des umfangreichen Bestandes spielt in der Arbeit des Studienzentrums eine bedeutende Rolle. In Ausstellungen, Publikationen und Veranstaltungen wird einem breiteren Publikum die mediale Vielfalt der Künstlerpublikationen vor Augen geführt. Jährlich geben ca. 5 bis 10 Ausstellungen zu einzelnen Künstlern oder bestimmten Themenkomplexen Einblicke in den umfangreichen und mannigfaltigen Bestand. Neben dem Sammlungsbestand, den Ausstellungen und Veranstaltungen, bildet die Forschung den dritten Arbeitsbereich des Studienzentrums. Forschungsprojekte bestehen zu Zeit zur multimedialen Darstellung intermedialer künstlerischer Produktion am Beispiel von Gerhard Rühm sowie zur Archivierung und wissenschaftlichen Erschließung der Radiokunst.

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Öffnungszeiten Studienraum

Dienstag bis Freitag 11-12:30 Uhr
Donnerstag 14-16:30 Uhr
sowie nach Vereinbarung

Öffnungszeiten Ausstellungen

Die Ausstellungen des Zentrums für Künstlerpublikationen sind zu den Öffnungszeiten der Weserburg zu sehen:

Dienstag bis Sonntag 11-18 Uhr
Donnerstag 11-20 Uhr
Montag geschlossen
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Kontakt

Zentrum für Künstlerpublikationen / Weserburg
Teerhof 20
28199 Bremen
Telefon +49 (0)421 59839 40
E-Mail: studienzentrum@weserburg.de


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